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Das Alte Rathaus

Das Rat­ha­us in Tan­germünde ist das im Mit­te­lal­ter ent­stan­de­ne his­to­risc­he Rat­ha­us der Stadt Tan­germünde. Es wird zu den schönsten spätmit­te­lal­terli­chen Ba­uwer­ken in Nord­de­uts­chland gezählt.

Ältes­ter Te­il des Gebäudes ist der Ostflügel, der 1430 wahr­sche­in­lich von dem zu di­eser Ze­it in der Mark Bran­denburg und in Pom­mern wir­kenden Ba­umeis­ter Hin­rich Bruns­berg er­rich­tet wur­de. Be­mer­kens­wert ist die 24 Me­ter ho­he aus Back­ste­in ge­ma­uer­te Scha­uwand. Hin­ter ihr be­fin­det sich der prächti­ge Rat­ha­us­fest­sa­al. 1480 folg­te der Bau der Ge­richt­sla­ube und der darüber be­find­li­chen Rats­stu­be, die he­ute als Tra­uzim­mer ge­nutzt wird.

Der Rat­ha­us­fest­sa­al und die Rats­stu­be sind über eine 1846 nach Plänen von Fri­ed­rich August Stüler er­ba­ute Trep­pe mit La­uben­gang zu er­re­ic­hen. Un­ter dem Rat­ha­us be­fin­det sich ein Gewölbe­sys­tem, welc­hes, wie das Gebäude selbst, ab dem 15. Jahr­hun­dert ent­stand.

Im Erd­ges­choss und in den Kel­lerräumen be­fin­det sich he­ute das Tan­germünder Mu­se­um zur Stadt­ges­chich­te. Re­gelmäßig nis­ten im Som­mer Weißstörche auf dem Rat­ha­us­dach.

Im März 2009 wur­de der jun­gen Tan­germünder Bürgers­toc­hter Gre­te Min­de nach 390 Jah­ren ein Denk­mal ge­setzt. Gre­te Min­de wur­de als mut­maßli­che  Brand­stif­te­rin der großen Fe­uers­brunst von 1617, die na­hezu ganz Tan­germünde in Schutt und Asc­he ge­legt hat­te, besc­hul­digt. 486 Häuser und 52 Sche­unen wa­ren dem großen Stadt­brand zu Op­fer ge­fal­len. Ob­wohl sich die jun­ge Frau zur Ze­it des großen Stadt­bran­des von 1617 in der west­li­chen Alt­mark auf­hi­elt, welc­hes ver­nomme­ne Augen­ze­ugen bestäti­gen konn­ten, wag­te es der da­mali­ge Bürger­me­is­ter As­se­burg zu be­ha­up­ten, er ha­be Gre­te Min­de kurz nach dem Brand in der Stadt ge­sehen.

Erst später, 1883, fand der Ju­rist Lu­dolf Pa­risi­us nach einem Stu­di­um der Ge­rich­tsak­ten he­ra­us, daß Gre­te Min­de am Stadt­brand uns­chul­dig war. Er schri­eb eine Eh­renret­tung Gre­te Min­des und be­wi­es, dass es sich bei dem To­desur­te­il vor 390 Jah­ren um einen ein­de­uti­gen Jus­tizmord ge­han­delt ha­be..

(Qu­el­le: Tan­germünder Stadt-An­ze­iger Nr. 3/2009)

 


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